Arbeiten im SAPV-TEAM - weil ein besonderer Herz- und Sachverstand gebraucht wird.

Im Gespräch mit Sven Diener, Pflegedienstleitung der Diakonie-Station Tiergarten, habe ich Gelegenheit, mehr über einen wichtigen Schwerpunkt unserer ambulanten Pflege zu erfahren - die Palliativversorgung. Pflegefachkräfte, die eine SAPV-/Palliative-Care-Qualifikation haben, sind in Ihrer Diakonie-Station besonders willkommen.

Sven Diener, Pflegedienstleiter Diakonie-Station Tiergarten, Josefine Klausch Recruiterin im Gespräch
23.11.2023

Wie groß ist das SAPV-Team aktuell, und erwarten Sie in absehbarer Zeit Veränderungen?

SD: Zunächst einmal danke ich Ihnen, dass ich uns und unsere Arbeit in diesem Format ansprechen kann. Also, unser SAPV-Team besteht derzeit aus vier engagierten Mitarbeitenden, und wir hoffen und freuen uns darauf, im März voraussichtlich fünf zu sein.

Das klingt nach einem Team, das viel bewältigen kann. Wie viele Kunden betreuen Sie denn durchschnittlich während einer Tour und gibt es Variationen?

SD: Ja, unser Team ist äußerst einsatzbereit und der Bedarf ist groß. Während einer Tour kümmern wir uns in der Regel um sechs bis acht Kunden. Allerdings kann die Anzahl variieren, insbesondere wenn die Bedürfnisse unserer SAPV-Kunden komplexer sind.

Ja, jeder Fall ist sicherlich anders. Wie gestaltet sich denn die Zusammenarbeit mit den Ärzten und Ärztinnen?

SD: Auf Augenhöhe! Wir arbeiten eng mit den Ärztinnen/Ärzten zusammen. Ein Beispiel dafür ist, dass unsere SAPV-Pflegefachkräfte und die Ärztinnen/Ärzte wöchentliche Fallbesprechungen durchführen. Das ärztliche Fachpersonal ist stets erreichbar und Anordnungen können sofort umgesetzt werden. Die Apothekenbestellungen sind unkompliziert, da alles direkt erfolgt. Es herrscht eine sehr kollegiale und herzliche Atmosphäre. Das kommt am Ende unseren Pflegekunden zugute und bestätigt, dass alle Beteiligten es richtig machen.

Was macht die ambulante Palliativversorgung denn anders? Wie unterscheidet sich die ambulante Palliativversorgung von der stationären?  Ich meine, es gibt ja auch Hospize und andere stationäre Einrichtungen. Können Sie mir sagen, was wir hier bieten können?

SD: Wir betreuen Kunden und Angehörige bis zum Lebensende in ihrem Zuhause. Unsere Tätigkeiten sind dabei so vielfältig und richten sich nach den individuellen Bedürfnissen der Patienten. Dazu gehören beispielsweise Infusionstherapie, Portversorgung, parenterale Ernährung, Symptomkontrollen, Vitalzeichenüberwachung, Verbandwechsel, Medikamentengabe und vieles, vieles mehr. Wir bieten Sicherheit, Geborgenheit, professionelle Pflege und Betreuung und setzen uns mit Herz und Sachverstand für unsere palliativen Pflegekunden und deren Angehörige ein.

Gibt es besondere Aspekte bei der Betreuung der Angehörigen?

SD: Selbstverständlich! In der ambulanten Palliativversorgung liegt unser Fokus eben auch auf der Angehörigenpflege, da Angehörige oft in schweren Zeiten Unterstützung benötigen. Beratung, Zuwendung und Begleitung spielen dabei eine entscheidende Rolle.

Ich habe gerade den Stapel Dankesbriefe der Angehörigen da hinten gesehen. Das ist rührend und gleichzeitig eine Bestätigung für ihre großartige Arbeit hier. Das ist nicht so einfach einen Bogen zurück zum Recruiting zu finden. OK, wie ist es mit der Tour an sich. Die Mobilität ist ein interessanter Aspekt im ambulanten Pflegedienst, der ja auch die Auswahl an Bewerbenden einschränken kann. Welche Fortbewegungsmittel nutzen Sie in Ihrem Einsatzgebiet?

SD: Wir sind mitten in der Stadt und sehr gut mit den Öffis zu erreichen. Unser Einsatzgebiet ist allerdings recht begrenzt. Daher nutzen wir verschiedene Fortbewegungsmittel, sei es das Auto, das Fahrrad oder sogar zu Fuß. Bei Bedarf könnten wir auch in Erwägung ziehen, E-Scooter anzuschaffen, nach vorheriger Absprache und wenn sich ein Bedarf abzeichnet.

Wow, mit dem Scooter die Tour zu fahren, na das wäre was. Ich habe noch eine letzte persönliche Frage: Ist die Arbeit in der SAPV wirklich so selbstbestimmt und unabhängig, wie ich es gehört habe?

SD: Absolut! Die Arbeit in der SAPV ist äußerst facettenreich. Jeder Tag hält neue Herausforderungen bereit. Unsere Fachkräfte müssen mit Feingefühl und großer Beobachtungsgabe Veränderungen erkennen, Therapieanpassungen vornehmen und alternative Lösungen in enger Abstimmung mit den Palliativärzten empfehlen. Sie unterscheidet sich stark von der klassischen Behandlungspflege und erfordert ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein. Wer die Herausforderung sucht, ist hier genau richtig.

Es sind besondere Situationen und besondere Menschen in der SAPV-Versorgung und die Diakonie-Station Tiergarten ist ein super Team. Ich bin mir sicher, wir könnten noch so einiges ansprechen und beantworten. Für heute danke ich Ihnen sehr für dieses Gespräch!