Pflegereform: Nicht reden. Handeln!
Es ist eine der größten gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit: Jede sechste Person in Deutschland ist direkt oder indirekt betroffen.
Damit die Pflege und der verantwortungsvolle Umgang mit dem demografischen Wandel endlich den Stellenwert erhalten, den sie verdienen, setzen wir ein sichtbares Zeichen. Zusammen mit dem DEVAP und dem EVAP rufen wir deshalb am 12. Mai um 11 Uhr zur Kundgebung vor dem Bundesgesundheitsministerium auf.
Wir ermutigen unsere Mitarbeitenden, pflegenden Angehörigen, Pflegekundinnen sowie Ehrenamtlichen, sich an der gemeinsamen Kundgebung des DEVAP und des Evangelischen Verbands für Altenarbeit und pflegerische Dienste Berlin‑Brandenburg‑schlesische Oberlausitz (EVAP) zu beteiligen.
- Unser Motto: „Pflegereform: Nicht reden. Handeln!“ – #Reformjetzt
- Wann: 12. Mai 2026 um 11 Uhr
- Wo: Vor dem Bundesgesundheitsministerium in Berlin
Im Mittelpunkt steht die angekündigte „große“ Pflegereform, zu der im Mai 2026 ein Referentenentwurf erwartet wird. Die bisherigen Eckpunkte der Bund‑Länder‑Arbeitsgruppe vom 11. Dezember 2025 sowie die aktuellen politischen Diskussionen zeigen, wie wichtig ein deutliches, gemeinsames Signal aus der Praxis ist.
Pflegereform muss zur Würde, Gerechtigkeit und Soliarität beitragen
Es fehlt eine Vielzahl an weiteren Reformschritten, die zwingend erforderlich sind, um die pflegerische Versorgung finanziell und strukturell sicherzustellen. Diese sind im Schwerpunkt
1. Eine solide Finanzierung der Pflegeversicherung: Kurzfristige Finanzspritzen durch Darlehen
ändern nichts daran, dass für eine nachhaltige Finanzierung der Bundeszuschuss zur Pflege
sofort und nicht erst ab 2027 wieder geleistet werden muss. Zudem ist eine breite
Finanzierungsbasis für die Pflegeversicherung zwingend erforderlich, um die
Eigenanteilsbelastung zu verringern und die Pflegeversicherung wieder funktionsfähig zu
machen.
2. Ein konsequenter Bürokratieabbau in allen Versorgungsbereichen, u.a. durch eine
umfassende Digitalisierung aller Prozesse, die Vereinfachung der Pflegedokumentation,
Reduktion von Meldepflichten und Qualifikationsprüfungen, schafft Potenziale, die für eine
leistungsfähige Pflege genutzt werden können.
3. Ein tatsächlicher Abbau der Sektorengrenzen, nicht nur eine Leistungsbündelung durch
Budgets. Die sektorale Trennung zwischen ambulanter, stationärer und klinischer Versorgung ist
ein Relikt vergangener Jahrzehnte – und sie steht einer modernen, bedarfsgerechten Pflegemassiv im Weg. Pflege kennt keine Sektoren – sie kennt Menschen. Diese Versorgung braucht
ein System, dass sich am Leben orientiert, nicht an Zuständigkeitsgrenzen.
4. Mehr unternehmerische Freiheit für die Träger - Stichwort Trust in Care - durch
Deregulierung des Pflegesystems und die Schaffung von unternehmerischen
Gestaltungsspielräumen. Von besonderer Bedeutung ist hier auch die gesicherte Refinanzierung
von gesellschaftlichen Zukunftsaufgaben wie der Digitalisierung und der energetischen
Gebäudesanierung im Bereich der Nachhaltigkeit. Das geplante Sondervermögen sollten die
Länder, neben der Bewältigung dieser Zukunftsaufgaben, zwingend auch zum Ausbau
bedarfsgerechter Pflegekapazitäten vor Ort nutzen.
5. Etablierung von quartiersnahen Sorgekonzepten: Kommunen sind verantwortlich für die
Altenhilfe und Pflegeplanung, müssen dafür aber auch entsprechend finanziell und strukturell
befähigt werden. Zur Professionalisierung und Vernetzung sollten zudem bundesweite
Pflegekonferenzen etabliert werden.
Eine professionelle, ausfinanzierte und zukunftsfähige Pflege in Deutschland ist eine
gesamtgesellschaftliche Aufgabe.
Wir freuen uns über jede Unterstützung und jede Stimme, die an diesem Tag sichtbar wird.
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JennyPieper-KempfUnternehmenskommunikation & Datenschutzkoordinatorin